Am Anfang der letzten Woche, habe ich an einem Online-Workshop für Domino Volt teilgenommen. Der Workshop bestand zum einen aus Informationsteilen, in welchen Hintergrundinfos zu Domino Volt gegeben und Fragen beantwortet wurden und zum anderen aus Übungen, in welchen die Teilnehmer eigenständig eine PDF-Anleitung durchgearbeitet haben, bei der zum Schluss eine Seminarbuchungs-Webapplikation herauskam. In der Beispielapplikation wurde dabei schonmal ein größerer Teil der Funktionen von Domino Volt vorgestellt und gezeigt, was man damit machen kann und wie es funktioniert. In diesem Artikel möchte ich euch wichtige (z.T. auch recht technische) Hintergrundinfos zu Domino Volt weitergeben, welche dort vorgestellt wurden. Im nächsten Blogartikel werde ich dann auf den Übungsteil des Workshops eingehen und euch ein paar meiner Aha-Erlebnisse vorstellen.

Wie bereits in den letzten Artikeln erwähnt ist Domino Volt die neue Low-code Plattform von HCL, mit welcher man formularbasierte Webanwendungen erstellen kann. Schaut hierzu gerne in unsere bisherigen Volt-Blogartikel:

- Wie sicher ist es, wie kann ich es bearbeiten, wie viel kostet es?

- Wie ihr in wenigen Minuten eine Webapplikation aus einer Excel-Tabelle erzeugt

- Allgmeine Infos zu Domino Volt und weiteren neuen Produktreleases von HCL

 

Wofür ist Domino Volt gedacht?

Eine Low Code Lösung wie Domino Volt bietet sich zum Beispiel an, wenn Mitarbeiter einer Fachabteilung schnelle Lösungen brauchen, um „Email & Spreadsheet Ping-Pong“ oder manuelle Prozesse abzulösen und/oder, wenn die Firma keine Budget-, Zeit- oder Personalkapazitäten investieren kann/möchte, um das Problem durch traditionelle Anwendungsentwicklung lösen zu lassen.

Abb.1: Low Code in Domino Volt bedeutet im Gegensatz zur traditionellen Programmierung eher die Konfigurierung einer Anwendung über ein visuelles UI (Quelle: Workshop-Slides)

 

Vielleicht ist hier auch wichtig zu erwähnen, wofür Domino Volt gerade nicht gedacht ist: Man kann mit Volt z.B. keine bestehenden Domino-Anwendungen nutzen oder verändern. Es ist also nicht dafür geeignet, den Domino Designer abzulösen oder eine Lösung für Domino Pro-Code-Entwickler zu sein. Auch kann man mit Volt keine Anwendungen für den Notes-Client erstellen.

Volt-Anwendungen sind für den Webbrowser-Zugriff gedacht. Mit Volt erstellt man echte Domino-Anwendungen die man (mit Einschränkungen - siehe hierzu unseren letzten Blogartikel) auch im Domino Designer öffnen und anpassen kann.

Abb. 2: HCL Volt Abgrenzung (Quelle: Workshop-Slides)

 

Wie ist Domino Volt aufgebaut?

Die einzige Systemvoraussetzung für Domino Volt ist ein HCL Domino Server in der Version 11.0.1 unter Windows, Linux oder RHEL UBI container image. Hierbei stellt der Domino Server schon alle Services bereit, die Volt benötigt. Die Integration anderer Systeme und Services sind über REST Services und die JavaScript API realisiert.

Abb. 3: HCL Domino Volt – Architekturkomponenten (Quelle: Workshop-Slides)

 

Wie man in Abb. 3 sieht, gibt es drei wichtige Domino-Datenbanken, welche Volt zugrunde liegen: VoltConfig.nsf, VoltBuilder.nsf und App.nsf. In Abb. 4 kann man sich anschauen, in welchen Datenbanken sich das Design und die Produktivdaten der Anwendung in welchen Deployment-Zuständen befinden. Kurz zu den Deployment-Zuständen: Nachdem eine Applikation erstellt wurde, hat sie noch den Status „Nicht bereitgestellt“. Ausnahme ist hier die Erstellung einer Applikation via Excel-Import. In diesem Fall ist der Status direkt auf „Ausgeführt“ (bzw. engl. deployed). Klickt man bei einer nicht bereitgestellten Anwendung auf „Implementieren“ (Siehe Abb. 4 oben links) ändert sich der Status in „Ausgeführt“ und die Anwendung kann über das Formular mit Daten befüllt werden. Wenn man nachträglich Änderungen an der Anwendung macht, sind diese noch nicht produktiv. Dies wird durch ein gelbes Ausrufezeichen neben „Implementieren“ gekennzeichnet (siehe Abb. 4 oben rechts). Möchte man die gemachten Änderungen übernehmen, muss man also erst auf „Implementieren“ klicken.

Abb. 4: Lifecycle einer Anwendung (Quelle: Workshop-Slides)

 

In Abbildung 5 kann man sich anschauen, wie die ACLs der drei Volt-DBs auf den 3 Zugriffsebenen Volt Admin, Anwendungsdesigner/Owner und Anwendungsbenutzer aussehen können. Der Volt Admin hat z.B. Zugriff auf alle Anwendungen, wohingegen Anwendungsdesigner erstmal nur ihre eigenen Anwendungen einsehen können. Anwendungsbenutzer können z.B. Formulare ausfüllen.

Abb. 5: Volt Security- und Zugriffskontroll-Beispiel (Quelle: Workshop-Slides)

 

Tipps zum Import/Export von Anwendungen und Daten

Dann wurden noch ein paar Tipps zum Import/Export von Anwendungen vorgestellt:

- Domino Volt Anwendungen können nach Belieben auf anderen Volt-Servern in- und exportiert werden.

- Man kann Volt-Anwendungen auf seinem LEAP Server laufen lassen und umgekehrt. Hierzu braucht man nur vor dem Import die Dateiendung der Volt-Anwendung von .volt in .nitro_s umzubenennen bzw. bei LEAP-Anwendungen von .nitro_s in .volt.

Anmerkung: Beim Import von LEAP-Exportdateien in Volt müssen die verwendeten Funktionen in Volt verfügbar sein (Beispielsweise funktioniert der anonyme Zugriff in Volt noch nicht, d.h. LEAP-Exportdateien, die diese Funktion verwenden, können dort entsprechend nicht richtig laufen).

Zum Thema Daten exportieren/importieren wurden auch noch ein paar Tipps gegeben, von denen ich aber einige schon kannte, weil ich im letzten „Lela testet“-Artikel schon durch mein riesiges Excel-Sheet auf einige Punkte gestoßen bin:

Abb. 6: IDs der Feldtypen vs. Spaltentitel (Quelle: Workshop-Slides)

 

- Beim Importieren eines Spreadsheets ist es ratsam die Zuordnung der Feldtypen zu kontrollieren (siehe Abb. 6).

- Pro Import werden max. 1000 Zeilen unterstützt.

- Zu importierende Excel-Sheets dürfen keine leeren Zeilen oder Spalten haben.

- Daten aus einem Excel-Sheet können in eine bestehende Volt Anwendung importiert werden – hierzu muss die Spaltenbezeichnung der internen Volt ID des dazugehörigen Feldes entsprechen (siehe Abb. 6).

- Daten aus einer Volt Anwendung können als Excel-Sheet oder im XML-Format exportiert werden. Dabei ist ein Filtern der Daten möglich.

Hier gibt’s noch mehr Infos zum Daten-Import/-Export

 

Mein Fazit

Ich fand den Infoteil des Workshops sehr interessant. Die Infos gingen recht weit in die Tiefe, sodass auch Punkte angesprochen wurden, die bei sonstigen Volt-Webinaren bisher nicht vorgekommen sind. Für den Endbenutzer scheinen solche Infos erstmal nicht so wichtig, da sie für die Nutzung in erster Linie nicht unbedingt notwendig sind und vielleicht auf den ein oder anderen auch etwas abschreckend wirken. Wenn ihr aber gerade vor der Wahl steht, ob ihr Domino Volt im Unternehmen nutzen möchtet oder nicht, sind diese Informationen essenziell wichtig und hilfreich bei der Entscheidungsfindung. Wenn ihr dennoch offene Fragen habt, helfen wir euch natürlich gerne weiter.

Im nächsten Blogartikel werde ich dann auf den Übungsteil des Workshops eingehen und euch ein paar meiner Aha-Erlebnisse vorstellen. Bleibt also gespannt ;)

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Ruft uns einfach an unter 05251-288160 oder schreibt uns eine Mail an info@itwu.de.

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